Arbeitskreis Umwelt der niedersächsischen SPD zu Besuch in Hann. Münden

Der Arbeitskreis Umwelt der niedersächsischen SPD-Fraktion reiste am gestrigen Dienstag nach Hann. Münden. Damit folgten die Abgeordneten einer Einladung des örtlichen Mitglieds des Landtags, Gerd Hujahn. Ziel des anberaumten Vor-Ort-Termins war unter anderem die Darstellung des Landschaftspflegeverbandes mit seinen vielfältigen Aufgaben zum Artenschutz in der Region. So erläuterte der diplomierte Agraringenieur Klaus König-Hollrah die Bemühungen des Verbands, die Sortenvielfalt beim Baum- und Viehbestand zu sichern und weiter auszubauen. „Die größten Herausforderungen beim Erhalt des artenreichen Grünlandes in Südniedersachsen liegen insbesondere in den durch das Relief bedingten und hängigen Flächengegebenheiten“, so König-Hollrah. Eine Bewirtschaftung sei daher „stark erschwert“. Zudem sei aus seiner Sicht „das Fördersystem, welches zur Erhaltung einer naturschutzgerechten Bewirtschaftung geschaffen wurde, bisher unzureichend an die besonderen Herausforderungen in Südniedersachsen angepasst.“

Die SPD-Abgeordneten Gerd Hujahn, Dirk Adomat, Marcus Bosse, Axel Brammer, Guido Pott und Volker Senftleben machten sich auf der Streuobstwiese am Dorfrand von Lippoldshausen
selbst ein Bild vom klassischen Artenschutzprojekt des Landschaftspflegeverbandes. Der hier angelegte Obstgarten war eines der ersten Unternehmungen des Verbandes und gilt heute, mit mehr als 60 angesiedelten Obstsorten, als Vorzeigeprojekt in der Region. Gerade die alten Sorten, die auf der Wiese gepflanzt sind, stellten nach Angaben von Klaus König-Hollrah einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz dar, gleichzeitig seien sie aber auch „von kulturhistorischer Bedeutung.“ Ohne die Bemühungen um eine vegetative Vermehrung der alten Sorten würden diese in den kommenden Jahren nach Angaben von König-Hollrah einfach aus unserem Landschaftsbild verschwinden.

Nach einem kurzen Zwischenstopp am Weserstein besuchten die Landtagsabgeordneten am Nachmittag den Naturpark Münden. Hier erläuterte Geschäftsführerin Sibylle Susat die Aufgaben- und Themengebiete des Vereins, der den zweitältesten Naturpark in ganz Niedersachsen mit 45 Hektar bewirtschaftet. Wie wichtig eine solide Grundfinanzierung für alle niedersächsischen Naturparke sei, erklärte Kreisrätin Christel Wemheuer im Anschluss. „Wir arbeiten finanziell auf dem untersten Level“. Wemheuer verdeutlichte, dass es mit dem bestehenden Personal kaum möglich sei, den Anforderungen an eine sachgemäße Pflege und Unterhaltung des Naturparks gerecht zu werden. Die Abgeordneten drückten Verständnis aus, betonten aber gleichzeitig, dass eine institutionelle Förderung in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht zu gewährleisten sei.